Lichtmalerei
© Judith Schüler, alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht und dürfen ohne meine Zustimmung nicht verwendet werden

Meine Person und was mich antreibt

Als Künstler versteckt man sich gern hinter seinen Werken. Die will man schließlich zeigen. Würde man sich selbst zeigen wollen, wäre man Modell geworden. Dem Betrachter hilft das aber nicht weiter. Er oder sie möchte wissen, wer hinter den Bildern steht. Manchmal aus Neugierde und manchmal um einfach das ein oder andere Werk besser zu verstehen. Also schreiben Künstler Lebenläufe, zählen ihre Ausstellungen auf  und hoffen, damit ist alles gesagt. Als Betrachter bleibt man oft ratlos zurück. Ganz auflösen kann man das Problem wohl nicht. Eventuell bietet eine Biografie am Ende des Lebens genügend Raum, einen vollständigen Menschen zu beschreiben. Aber so alt bin ich noch nicht. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle darauf beschränken, zu erklären, warum ich gerade diese spezielle Technik (Fotografie + Mathematik) für die meisten meiner Bilder verwende. Das beschreibt nicht meine Person, aber einen der wichtigsten Antriebe in meinem Leben. Aber nicht einmal das fällt mir leicht. Auf drei Zeilen eindampfen kann ich es nicht, dann bleibt zu viel ungesagt. Und wie beginnen? Vielleicht bleibe ich vorerst bei den einfachsten Antworten auf die einfachsten Fragen. Vielleicht sollte ich ein Interview mit mir selbst führen. Und natürlich stehen mir die Fragen vorher zur Verfügung.
Mein Interview mit mir: Frage: Was willst Du vom Leben? Antwort: Ich will lernen. Das Thema ist mir eigentlich egal. Ich will wissen, wie die Dinge funktionieren. „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, wie Douglas Adams und sein Übersetzer es so wunderschön formuliert haben. Frage: Warum? Antwort: Weil ich es kann.  Frage: Ist das nicht arrogant? Antwort: Wieso? Frage: „Du kannst lernen.“ Als ob das etwas Besonderes wäre. Lernt nicht jeder Mensch ständig? Antwort: Natürlich! Der Unterschied liegt nur in den Interessen. Frage: Und was unterscheidet Dich jetzt von „normalen“ Menschen? Antwort: Nichts. Frage: Und warum machst Du dann Bilder und die meisten Menschen nicht? Antwort: Sie könnten es auch, aber sie haben andere Interessen. Oder ganz oft: andere Zwänge. Frage: Und welche Zwänge hast Du? Antwort: Darüber möchte ich nicht reden. Frage: Du weißt aber schon, was der Zweck eines Interviews ist? Die Menschen möchten etwas über Dich erfahren! Wer bist Du? Was treibt Dich an? Antwort: Wer ich bin, ist einfach, Ich bin Judith, Mutter, Lebensgefährtin und Suchende. Frage: Und was suchst Du? Antwort: Das hatten wir schon, ich suche Wissen. Frage: Das ist kein ganz leichtes Interview. Warum machst Du Deine Bilder mit Fraktalen? Antwort: Weil ich es kann? Nein, schon gut, Ich habe es verstanden! Ich muss nur ausholen. Also erstens, ich mache gar nicht alle Bilder mit Fraktalen. Manchmal nutze ich nur die Fraktale oder auch nur die Formen, die schon da sind. Frage: Wie das? Antwort: Fraktal ist ein Ausdruck für Selbstähnlichkeit. Der Ast eines Baumes ist seinem Stamm ähnlich. Jeder Zweig ist seinem Ast ähnlich, das Zweiglein einem Zweig. Fraktal nennt man etwas, das aus verkleinerten Versionen von sich selbst besteht. Dabei ist es egal, ob es um eine Schnecke oder einen Baum geht. Fraktal sind beide. Frage: Und diese „natürlichen“ Fraktale und Formen kombinierst Du mit „gerechneten“ Varianten? Antwort: Genau. Oder zumindest meistens. Frage: Warum? Antwort: Um sagen zu können, dass ich mit Mathematik male. Frage: Das verstehe ich nicht. Antwort: Wenn ich sage, ich male mit Mathematik, sind die meisten Menschen irritiert. Kunst und Mathe gehören  nicht zusammen. In der Vorstellung ganz vieler Menschen ist die Kunst sogar das Gegenteil der Wissenschaft. Kunst steht für Kreativität, Freiheit, Selbstverwirklichung und die ganz großen Gefühle, die Wissenschaften für unverständliche Formeln, Disziplin, Kontrolle und Sachlichkeit. Einzelne Begriffe können natürlich variieren. Es scheinen Gegensätze zu sein. Das ist aber ein Irrtum. Er entsteht vielleicht, weil in der Schule im Kunstunterricht nur die Ergebnisse einzelner Künstler besprochen werden, während im naturwissenschaftlichen Unterricht Methoden zur Forschung gelehrt werden. (Das jahrelange Bemühen, die Kinder mit getrockneten Wassermalfarben Papier zerstören zu lassen, werte ich nicht als methodischen Unterricht.) Dadurch erhält man einen unvollständigen Blick auf beide Fächer. Und je nach dem, für welche Seite man sich entscheidet, bleibt mindestens ein Blick weiterhin unvollständig und das Gefühl der Gegensätze bleibt bestehen. Frage: Dann sind Kunst und Wissenschaft für Dich kein Gegensatz? Anwort: Nein. Ohne die Punkte „Kreativität, Freiheit, Selbstverwirklichung und die ganz großen Gefühle“ ist auch Wissenschaft nicht möglich. Was treibt einen Menschen dazu, sich jahrelang durch die Untiefen der Mathematik zu quälen, wenn nicht das ganz große Gefühl,  der innere Zwang und der Wunsch nach der großen Entdeckung? Das nennt man Selbstverwirklichung. Die Freiheit, das tun zu können ist auch hier obligatorisch. Und wie kreativ muss ein Mensch sein, der mit einer Idee ganze Weltbilder verändert? Kepler, Newton, Einstein und all die anderen waren und sind nicht nur fleißig, sondern auch Träumer. Auf der anderen Seite braucht auch die Kunst „unverständliche Formeln, Disziplin, Kontrolle und Sachlichkeit“. Die unverständlichen Formeln sind in diesem Fall das Handwerk, das die Grundlage für die Kunst liefert. Egal wie einfach eine Kunstform aussehen mag, ohne Beherrschung des Handwerks kommt nichts Gutes dabei heraus. Disziplin ist auf jeden Fall auch nötig, weil es eben nicht damit getan ist, mal kurz 2 grüne Striche auf ein Blatt Papier zu kritzeln. Ich will nicht absprechen, dass es auch solche „Kunstwerke“ gibt, aber „normal“ ist das nicht. Auch einer abstrakten Arbeit geht eine tiefere Auseinandersetzung mit einem Thema voraus. Immerhin muss es etwas geben, das man abstrahiert hat. Kontrolle und Sachlichkeit sind nötig, um die eigenen Arbeiten einzuschätzen, um besser werden und sich verändern zu können. Schließlich wird ein kreativer Mensch es kaum als Selbstverwirklichung ansehen können, sein Leben lang immer dasselbe machen zu müssen. Frage: Sind Wissenschaft und Kunst also identisch? Anwort: Auch Nein. Der erste wichtige Punkt ist der Erkenntnisgewinn. Im Fall der Kunst ist er persönlicher Natur.  Er betrifft zunächst nur den Künstler. Ob und welcher Erkenntnisgewinn beim Betrachter erreicht werden kann, ist eher selten vorherzusehen. In den Wissenschaften ist das anders. Der Erkenntnisgewinn ist global und reproduzierbar oder soll es zumindest sein. Frage: Und was ist der 2. Punkt? Antwort: In der Kunst brauche ich keine Protokolle über meine Fehlversuche anfertigen. Frage: Es ist also Dein Ziel zu zeigen, dass Kunst und Wissenschaft einander nicht ausschließen? Antwort: Genau. Frage: Und warum stehen diese Sätze nicht auf Deiner Startseite? Anwort: Warum sollten sie? Die Menschen, die das hier lesen, sind Gäste auf meiner Seite. Es wäre sehr unhöflich, sie bereits im Eingangsbereich zu überfallen. Sie sollen ankommen und sich in Ruhe umschauen können und wer dann Lust auf eine Diskussion hat, kann hier hereinschauen. Frage: Aber es gibt hier keine Antwortfunktion. Wie soll so eine Diskussion stattfinden? Antwort: Kreative Menschen werden eine Lösung für dieses Problem finden. Vielleicht diskutieren sie auch mit anderen Menschen darüber. Vielen Danke für das Gespräch! Bitte, gern geschehen.
Lichtmalerei
© Judith Schüler, alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht und dürfen ohne meine Zustimmung nicht verwendet werden

Meine Person und was

mich antreibt

Als Künstler versteckt man sich gern hinter seinen Werken. Die will man schließlich zeigen. Würde man sich selbst zeigen wollen, wäre man Modell geworden. Dem Betrachter hilft das aber nicht weiter. Er oder sie möchte wissen, wer hinter den Bildern steht. Manchmal aus Neugierde und manchmal um einfach das ein oder andere Werk besser zu verstehen. Also schreiben Künstler Lebenläufe, zählen ihre Ausstellungen auf  und hoffen, damit ist alles gesagt. Als Betrachter bleibt man oft ratlos zurück. Ganz auflösen kann man das Problem wohl nicht. Eventuell bietet eine Biografie am Ende des Lebens genügend Raum, einen vollständigen Menschen zu beschreiben. Aber so alt bin ich noch nicht. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle darauf beschränken, zu erklären, warum ich gerade diese spezielle Technik (Fotografie + Mathematik) für die meisten meiner Bilder verwende. Das beschreibt nicht meine Person, aber einen der wichtigsten Antriebe in meinem Leben. Aber nicht einmal das fällt mir leicht. Auf drei Zeilen eindampfen kann ich es nicht, dann bleibt zu viel ungesagt. Und wie beginnen? Vielleicht bleibe ich vorerst bei den einfachsten Antworten auf die einfachsten Fragen. Vielleicht sollte ich ein Interview mit mir selbst führen. Und natürlich stehen mir die Fragen vorher zur Verfügung.
Mein Interview mit mir: Frage: Was willst Du vom Leben? Antwort: Ich will lernen. Das Thema ist mir eigentlich egal. Ich will wissen, wie die Dinge funktionieren. „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, wie Douglas Adams und sein Übersetzer es so wunderschön formuliert haben. Frage: Warum? Antwort: Weil ich es kann.  Frage: Ist das nicht arrogant? Antwort: Wieso? Frage: „Du kannst lernen.“ Als ob das etwas Besonderes wäre. Lernt nicht jeder Mensch ständig? Antwort: Natürlich! Der Unterschied liegt nur in den Interessen. Frage: Und was unterscheidet Dich jetzt von „normalen“ Menschen? Antwort: Nichts. Frage: Und warum machst Du dann Bilder und die meisten Menschen nicht? Antwort: Sie könnten es auch, aber sie haben andere Interessen. Oder ganz oft: andere Zwänge. Frage: Und welche Zwänge hast Du? Antwort: Darüber möchte ich nicht reden. Frage: Du weißt aber schon, was der Zweck eines Interviews ist? Die Menschen möchten etwas über Dich erfahren! Wer bist Du? Was treibt Dich an? Antwort: Wer ich bin, ist einfach, Ich bin Judith, Mutter, Lebensgefährtin und Suchende. Frage: Und was suchst Du? Antwort: Das hatten wir schon, ich suche Wissen. Frage: Das ist kein ganz leichtes Interview. Warum machst Du Deine Bilder mit Fraktalen? Antwort: Weil ich es kann? Nein, schon gut, Ich habe es verstanden! Ich muss nur ausholen. Also erstens, ich mache gar nicht alle Bilder mit Fraktalen. Manchmal nutze ich nur die Fraktale oder auch nur die Formen, die schon da sind. Frage: Wie das? Antwort: Fraktal ist ein Ausdruck für Selbstähnlichkeit. Der Ast eines Baumes ist seinem Stamm ähnlich. Jeder Zweig ist seinem Ast ähnlich, das Zweiglein einem Zweig. Fraktal nennt man etwas, das aus verkleinerten Versionen von sich selbst besteht. Dabei ist es egal, ob es um eine Schnecke oder einen Baum geht. Fraktal sind beide. Frage: Und diese „natürlichen“ Fraktale und Formen kombinierst Du mit „gerechneten“ Varianten? Antwort: Genau. Oder zumindest meistens. Frage: Warum? Antwort: Um sagen zu können, dass ich mit Mathematik male. Frage: Das verstehe ich nicht. Antwort: Wenn ich sage, ich male mit Mathematik, sind die meisten Menschen irritiert. Kunst und Mathe gehören  nicht zusammen. In der Vorstellung ganz vieler Menschen ist die Kunst sogar das Gegenteil der Wissenschaft. Kunst steht für Kreativität, Freiheit, Selbstverwirklichung und die ganz großen Gefühle, die Wissenschaften für unverständliche Formeln, Disziplin, Kontrolle und Sachlichkeit. Einzelne Begriffe können natürlich variieren. Es scheinen Gegensätze zu sein. Das ist aber ein Irrtum. Er entsteht vielleicht, weil in der Schule im Kunstunterricht nur die Ergebnisse einzelner Künstler besprochen werden, während im naturwissenschaftlichen Unterricht Methoden zur Forschung gelehrt werden. (Das jahrelange Bemühen, die Kinder mit getrockneten Wassermalfarben Papier zerstören zu lassen, werte ich nicht als methodischen Unterricht.) Dadurch erhält man einen unvollständigen Blick auf beide Fächer. Und je nach dem, für welche Seite man sich entscheidet, bleibt mindestens ein Blick weiterhin unvollständig und das Gefühl der Gegensätze bleibt bestehen. Frage: Dann sind Kunst und Wissenschaft für Dich kein Gegensatz? Anwort: Nein. Ohne die Punkte „Kreativität, Freiheit, Selbstverwirklichung und die ganz großen Gefühle“ ist auch Wissenschaft nicht möglich. Was treibt einen Menschen dazu, sich jahrelang durch die Untiefen der Mathematik zu quälen, wenn nicht das ganz große Gefühl,  der innere Zwang und der Wunsch nach der großen Entdeckung? Das nennt man Selbstverwirklichung. Die Freiheit, das tun zu können ist auch hier obligatorisch. Und wie kreativ muss ein Mensch sein, der mit einer Idee ganze Weltbilder verändert? Kepler, Newton, Einstein und all die anderen waren und sind nicht nur fleißig, sondern auch Träumer. Auf der anderen Seite braucht auch die Kunst „unverständliche Formeln, Disziplin, Kontrolle und Sachlichkeit“. Die unverständlichen Formeln sind in diesem Fall das Handwerk, das die Grundlage für die Kunst liefert. Egal wie einfach eine Kunstform aussehen mag, ohne Beherrschung des Handwerks kommt nichts Gutes dabei heraus. Disziplin ist auf jeden Fall auch nötig, weil es eben nicht damit getan ist, mal kurz 2 grüne Striche auf ein Blatt Papier zu kritzeln. Ich will nicht absprechen, dass es auch solche „Kunstwerke“ gibt, aber „normal“ ist das nicht. Auch einer abstrakten Arbeit geht eine tiefere Auseinandersetzung mit einem Thema voraus. Immerhin muss es etwas geben, das man abstrahiert hat. Kontrolle und Sachlichkeit sind nötig, um die eigenen Arbeiten einzuschätzen, um besser werden und sich verändern zu können. Schließlich wird ein kreativer Mensch es kaum als Selbstverwirklichung ansehen können, sein Leben lang immer dasselbe machen zu müssen. Frage: Sind Wissenschaft und Kunst also identisch? Anwort: Auch Nein. Der erste wichtige Punkt ist der Erkenntnisgewinn. Im Fall der Kunst ist er persönlicher Natur.  Er betrifft zunächst nur den Künstler. Ob und welcher Erkenntnisgewinn beim Betrachter erreicht werden kann, ist eher selten vorherzusehen. In den Wissenschaften ist das anders. Der Erkenntnisgewinn ist global und reproduzierbar oder soll es zumindest sein. Frage: Und was ist der 2. Punkt? Antwort: In der Kunst brauche ich keine Protokolle über meine Fehlversuche anfertigen. Frage: Es ist also Dein Ziel zu zeigen, dass Kunst und Wissenschaft einander nicht ausschließen? Antwort: Genau. Frage: Und warum stehen diese Sätze nicht auf Deiner Startseite? Anwort: Warum sollten sie? Die Menschen, die das hier lesen, sind Gäste auf meiner Seite. Es wäre sehr unhöflich, sie bereits im Eingangsbereich zu überfallen. Sie sollen ankommen und sich in Ruhe umschauen können und wer dann Lust auf eine Diskussion hat, kann hier hereinschauen. Frage: Aber es gibt hier keine Antwortfunktion. Wie soll so eine Diskussion stattfinden? Antwort: Kreative Menschen werden eine Lösung für dieses Problem finden. Vielleicht diskutieren sie auch mit anderen Menschen darüber. Vielen Danke für das Gespräch! Bitte, gern geschehen.